Dr. Jeremy Sagala

“Jukai” (2009). für Blockflöte, cembalo, und Max/MSP.

Das japanische Wort Jukai (树 海) bezieht sich auf ein sehr dichtes Waldgebiet und wird in der Regel verwendet, um den Wald von Aokigahara zu beschreiben, am Fuße des Berges Fuji. Der Wald von Aokigahara wird als ein vermeintliches Zentrum von übernatürlichen Kräften betrachtet, was an der ungewöhnlich hohen Zahl an Selbstmorden, die dort leider auftreten liegen mag.

Diese Werk wurde in seiner Instrumentierung von der Zeit des Barock inspiriert, und doch ist die Syntax der Musik ist vollends zeitgenössisch. Die Elektronik vermittelt einen unpersönlichen, emotional distanzierten Eindruck. Das Stück nutzt spektrale Techniken und besteht aus eine Serie von sechs großen Abschnitten, die jeweils auf den Spektren eines FM-synthetisiertem Timbres basieren. Die Noten C A Eb B C# E dienen als Grundlage, auf der ich eine weitgehend harmonische Obertonreihe aufbaute. Drei Akkorde dienen als Übergangsklangfülle, wiederum synthetisiert mit FM:

Fmsound1fmsound3Fmsound2

Diese Klänge dienen als Endpunkte, von denen aus sich das stärker “harmonische” Material hin- und weg wandelt. Die weitere Verwendung des FM ist im Digital Audio Teil offensichtlich, hier ausgelöst  von einem MIDI-Keyboard-Controller auf der Bühne. Die elektronischen Effekte (Hall und Delay auf den mikrofonierten Signalen) dienen dazu, die akustischen Instrumente auszubalancieren und zu verräumlichen, welche sonst nur einen sehr begrenzten dynamischen Bereich umfassen.

score