Dr. Jeremy Sagala

“Solstice2” (2005). für Klavier.

Dieses Klavierstück wurde im Auftrag des New Yorker Pianisten Steve Beck geschrieben. Das harmonische Material des Stückes ist etwas ungewöhnlich für mich, da hier wesentlich schnellere Tonänderungen vorkommen, als in meinen früheren Stücken. Ich habe dies hier angewandt, um einige sehr prächtige und farbige Harmonien zu erzeugen, die sich teilweise aller zwölf Tonklassen bedienen. Während die Struktur manchmal an Webern’s zwölf Ton-Piano-Musik erinnert, wurden die hier von mir verwendeten Tonhöhen und Rhythmen in keiner Weise vorgegeben.

Eine manchmal zu erkennende pointillistische Struktur wird kleinen Stücken von Legato Musik entgegengesetzt. Dabei sind diese Strukturen teilweise sehr ähnlich, teilweise aber auch sehr unterschiedlich. Die Herausarbeitung dieser Zusammenhänge war mitunter die wichtigste Frage mit der ich mich während der Komposition dieses Werkes beschäftigt habe.

Auf das melodische Material der ersten beiden Takte der Eröffnung wird mehrmals in unterschiedlichen Erscheinungsformen verwiesen, manchmal nahezu gleichlautend, zum Beispiel in den Takten 26-28, andere Male etwas weniger direkt.

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