ensemble:transmitter – „Ad astra“

Auf zu neuen Klangwelten!
Analog versus digital? Die archaische Blockflöte im Duo mit einer modernen E-Gitarre?
Mit Hilfe von modernen Spieltechniken, Effekten und Live Elektronik verschwimmen die Grenzen der so verschiedenen Instrumente.

Blockflöte und E-Gitarre treten im Laufe des Programms nicht nur untereinander in einen Dialog: Sie korrespondieren in Stockhausens Stück „Pole“ auch mit den zufälligen Klängen eines Kurzwellenempfängers, der das Publikum an Ausschnitten eines internationalen Kontinuums an Informationen und Unterhaltung teilhaben lässt.
Mit seinem Stück „Tierkreis“ (Melodien zu den 12 Sternzeichen) nimmt Karlheinz Stockhausen das Publikum auch sprichwörtlich mit auf eine Reise zu den Sternen. Das Programm greift aber nicht nur nach den Sternen, sondern taucht auch ein in die Tiefen der menschlichen Psyche: „Five poems from Trakl“ entführen in der elektronischen Vertonung von Jeremy Sagala in die melancholische Welt des Dichters Georg Trakl.

Es spielen: Caroline Hausen, Blockflöten, Live Elektronik; Jeremy Sagala, E-Gitarre, Live Elektronik

Saturday, January 20, 2018 at 7:30 PM – 9 PM

Werkstatt 141 – Auf AEG, Bau 14 Muggenhoferstr. 141 90429 Nürnberg

 

“Jukai” (2009). für Blockflöte, cembalo, und Max/MSP.

Das japanische Wort Jukai (树 海) bezieht sich auf ein sehr dichtes Waldgebiet und wird in der Regel verwendet, um den Wald von Aokigahara zu beschreiben, am Fuße des Berges Fuji. Der Wald von Aokigahara wird als ein vermeintliches Zentrum von übernatürlichen Kräften betrachtet, was an der ungewöhnlich hohen Zahl an Selbstmorden, die dort leider auftreten liegen mag.

Diese Werk wurde in seiner Instrumentierung von der Zeit des Barock inspiriert, und doch ist die Syntax der Musik ist vollends zeitgenössisch. Die Elektronik vermittelt einen unpersönlichen, emotional distanzierten Eindruck. Das Stück nutzt spektrale Techniken und besteht aus eine Serie von sechs großen Abschnitten, die jeweils auf den Spektren eines FM-synthetisiertem Timbres basieren. Die Noten C A Eb B C# E dienen als Grundlage, auf der ich eine weitgehend harmonische Obertonreihe aufbaute. Drei Akkorde dienen als Übergangsklangfülle, wiederum synthetisiert mit FM:

Fmsound1fmsound3Fmsound2

Diese Klänge dienen als Endpunkte, von denen aus sich das stärker “harmonische” Material hin- und weg wandelt. Die weitere Verwendung des FM ist im Digital Audio Teil offensichtlich, hier ausgelöst  von einem MIDI-Keyboard-Controller auf der Bühne. Die elektronischen Effekte (Hall und Delay auf den mikrofonierten Signalen) dienen dazu, die akustischen Instrumente auszubalancieren und zu verräumlichen, welche sonst nur einen sehr begrenzten dynamischen Bereich umfassen.

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