“die Grenzen der Sprache” (2014). Altflöte / Flöte, B ♭ Klarinette, Tuba, Schlagwerk, Klavier

Eine Arbeit für Altflöte / Flöte, B ♭ Klarinette, Tuba, Schlagwerk, Klavier. Premiere in Münster, DE am 10. Juni 2014.

In einem Versuch, die schwierige Frage der “Bedeutung” in meiner Musik weiter zu erforschen, wende ich mich mehr und mehr dem Studium sprachlicher Parallelen hin. Das wiederum hat mich zu Wittgenstein geführt und seinem Tractatus Logico-Philosophicus.  Seine These, dass “die Grenzen meiner Sprache die Grenzen meiner Welt sind” habe ich als Kernpunkt meiner Beschäftigung mit diesem Thema erkannt. Er stellt weiter fest, dass „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“  Aber was kann dies im Gebiet der Musik bedeuten? Sind die Ähnlichkeiten zwischen Musik und Sprache genug, dass man dieser Linie des Denkens innerhalb einer Klangsprache logisch folgen könnte? Diese Gedanken blieben während der gesamten Komposition dieses Werks und seines konzeptionellen Begleiters, meinem Stück für Solo-Trompete/MaxMSP the Strand (3.262) präsent.

Als Quellenmaterial erzeugte ich Audio-Aufnahmen von mir, verschiedene Zeilen aus dem Tractatus lesend, und analysierte diese spektral um den Anteil der Obertöne darin zu bestimmen. Dieses rohe musikalische Material wurde dann bearbeitet und auf verschiedene Weisen aufgegliedert. Aus den daraus resultierenden Transformationen wurden Teile ausgewählt, die das gewünschten Narrativ suggerieren: ein Vordringen, ein Strecken bis dahin, wo eine hervorgehobene Linie (Instrument) die Grenzen bis zu einem gewissen Limit auslotet. Diese Grenze kann technisch sein (z.B. extrem hohe / niedrige Noten in der Tuba), oder eine abstrakte musikalische Idee, bei der das Material in gewisser Weise dazu gebracht wird, Grenzen zu überschreiten (z.B. die Beschleunigungen zu einem Rausch aus kaskadierenden Noten). Die Arbeit untersucht auch eine ganze Palette von musikalischen Räume und Texturen. Diese Paarungen definieren den musikalischen Raum – ein einzelnes Instrument wird mit dem Ensemble kontrastiert, langsamere nachdenkliche Passagen mit Energie und Kantigkeit ergänzt, die psychologische Wirkung von ‘Erinnern’ vorheriger Musik wird neuen Überraschungen gegenübergestellt. Jedes Instrument wird in einer einzigartigen Weise gekennzeichnet, bemüht, seine eigene Grenze zu erreichen.

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“Solstice2” (2005). für Klavier.

Dieses Klavierstück wurde im Auftrag des New Yorker Pianisten Steve Beck geschrieben. Das harmonische Material des Stückes ist etwas ungewöhnlich für mich, da hier wesentlich schnellere Tonänderungen vorkommen, als in meinen früheren Stücken. Ich habe dies hier angewandt, um einige sehr prächtige und farbige Harmonien zu erzeugen, die sich teilweise aller zwölf Tonklassen bedienen. Während die Struktur manchmal an Webern’s zwölf Ton-Piano-Musik erinnert, wurden die hier von mir verwendeten Tonhöhen und Rhythmen in keiner Weise vorgegeben.

Eine manchmal zu erkennende pointillistische Struktur wird kleinen Stücken von Legato Musik entgegengesetzt. Dabei sind diese Strukturen teilweise sehr ähnlich, teilweise aber auch sehr unterschiedlich. Die Herausarbeitung dieser Zusammenhänge war mitunter die wichtigste Frage mit der ich mich während der Komposition dieses Werkes beschäftigt habe.

Auf das melodische Material der ersten beiden Takte der Eröffnung wird mehrmals in unterschiedlichen Erscheinungsformen verwiesen, manchmal nahezu gleichlautend, zum Beispiel in den Takten 26-28, andere Male etwas weniger direkt.

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“spaces : between : time” (2004) für Flöte(mit picc), Klarinette (mit Baßklarinette), Geige, Cello, Klavier.

spaces : between : time, im Dezember 2004 abgeschlossen, ist eine Arbeit, die das Nebeneinander von gegensätzlichen musikalischen Ideen und später die anschließende Verschmelzung und das Zusammenspiel zwischen diesen Ideen untersucht. Das auffälligste Paar an Elementen das hier verwendet wird umfasst rhythmische Ideen und nimmt die Form von kurzen, perkussiven, Staccato-Anschlägen und längerer, stärker getragener legato Musik an. Die Verschiebung der Harmonien die in jedem kleinen Abschnitt vorkommt, unterstützt diese Art von Kontrast. Die Wahrnehmung vieler Ereignisse die in schneller Abfolge auftreten (in den schnelleren Passagen), und sich dann manchmal fast bis zum Stillstand verlangsamen (in den länger andauernden Abschnitten, die häufig ein Solo-Instrument beinhalten) schien mir eine interessante Elastizität in der Zeit anzudeuten und war die Inspiration für den Titel des Werks.

Das Werk beginnt mit einem Rausch der Töne aus Piccolo und Klavier und bewegt sich langsam weg von der zerklüfteten Oberfläche hin zu einer feineren Struktur, oft in Form eines Duetts oder Trios, in dem die beteiligten Instrumente schnell die Rollen wechseln, wodurch ein Kaleidoskop an klanglichen Farben erzeugt wird. Diese schnelle Verschiebung der Klangfarbe endet mit dem Auftreten der Solo-Flöte, die dann von der Solo-Violine abgelöst wird. Ab diesem Punkt bis zum Ende wird die Musik sehr viel bewegter und die Verschiebungen, die die rhythmischen, harmonischen als auch die klanglichen Ideen beinhalten, laufen in schnellerer Geschwindigkeit ab. Schließlich verharrt die Harmonie auf einem kleinen chromatischen Cluster, (zuerst beim Klavier zu hören), während die anderen Instrumente in Ideen involviert sind, die zuvor mit sich schnell verschiebenden Harmonien verbunden waren.

Dieses Stück wurde speziell für das New York New Music Ensemble geschrieben.

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“Lumen” (2006) für Altflöte (mit Flöte and picc), Klarinette (mit Baßkl.), Geige, Cello, Schlagzeug, Klavier.

Lumen ist ein expansives Werk (~ 16 “), welches das Brechen mit einigen kompositorischen Grenzen erforderte, durch die ich mich in früherer Zeit beschränkt fühlte. Das Ergebnis ist ein Werk, das eine ganze Reihe von musikalischen Ideen untersucht, vom zweistimmigen Kontrapunkt zur differenzierten, virtuosen Ensemble Arbeit, von Soloabschnitten zu einem prächtigen, lebhaften Kaleidoskop aus Farben und Timbre. Zuhörer die mit meiner Musik vertraut sind, werden die Verwendung eines expandierenden und kontrahierenden Zeitgefühls sowie die Verwendung von rasch wechselnden Klangfarbe und komplexen Harmonien und Rhythmen wieder erkennen.

Dieses Stück wurde am 18. März 2006 durch das New York New Music Ensemble uraufgeführt, dirigiert von Don Palma.

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“Tenebrae” (2008) für Flöte, Klarinette, Geige, Cello, Klavier

Tenebrae wurde im Auftrag des New York New Music Ensemble geschrieben. Eine der wichtigsten Fragen, mit denen ich mich während der Komposition von Tenebrae beschäftigte, war die Erforschung von Methoden um Übergänge zwischen verschiedenen Arten von Klangfarben / harmonischer Konstrukte zu schaffen.
Vorwärtsbewegung und formalen Erzählung stützen sich auf schrittweise transformative Prozesse, die eine strukturelle Harmonie in eine andere umwandeln. Zum Beispiel ist die Überleitung die zum finalen Moment des Höhepunkts hinführt, vollständig aus einer Serie von interpolierten Harmonien zwischen zwei ‘bookend’-Harmonien aufgebaut. Die erste dieser Harmonien wurde durch erneute Synthese eines Timbres, erzeugt durch FM-Synthese, generiert. Die Endharmonie, welche sich bis hinauf zur hohen Note der Flöte ausdehnt, ist um eine zentrale Tonhöhe aufgebaut, um diese die Intervalle gespiegelt werden. Das Attraktive an dieser Idee ist, dass die durch FM-Synthese erzeugten Seitenbänder aus um die Trägerfrequenz gespiegelten Frequenzen der ersten Harmonie bestehen, und sich die gesamte Struktur allmählich in eine andere, erzeugt durch die Spiegelung der Intervalle in der zweiten Harmonie, wandelt. Daneben gibt es weitere interessante Klangfarben / Harmonien zu erwähnen. Im mittleren Bereich des Werks sind glockenartige Klänge zu hören, erzeugt durch Klavier und Cello Pizzicato-Noten. Diese Töne werden aus Spektralanalysen mehrerer Glockenklangfarben, einschließlich tibetischer Gebetsglocken, Standuhr Glockenspielen und auch von einer Glocke des Big Ben abgeleitet.

Die Instrumente des Ensembles (insbesondere die Bassklarinette) boten mir auch die spektrale DNA für mehrere Abschnitte – es gibt ein paar Stellen, in denen die ungeraden Teiltöne, die diesem Instrument seine Farbe geben, als orchestrierte Harmonie, gespielt von einem ganzen Ensemble, präsentiert werden. Ein für mein Ohr besonders attraktiver Moment ist eine Klangfarbe mit einer Reihe durch Vierteltöne beeinflussten Tonhöhen, re-synthesized aus dem Klang einer Edelstahl-Schüssel. Diese Harmonie erscheint am Anfang der Arbeit und ist kurz, wird aber in einer Weise präsentiert, welche deren Bedeutung herausstellt. Kurz vor dem Ende der Arbeit, erscheint der gleiche Akkord wieder und wird von einem Block aus Klavierakkorden abgeschnitten – und in diesem neuen Kontext ist es das Klavier, das “out of tune” klingt.

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. Vorwärtsbewegung und formalen Erzähl setzt auf schrittweise transformative Prozesse, die eine Struktur Harmonie in die andere wechseln. Zum Beispiel wird der Übergang, der bis zum letzten Moment climactic vollständig aus einer Serie von interpolierten Harmonien zwischen zwei ‘bookend Harmonien aufgebaut. Die erste dieser Harmonien wurde durch erneute Synthese eines Timbre durch FM-Synthese erzeugt erstellt. Die Ankunft Harmonie, einer eines, das im Vorfeld der Hoch Flöte Note gedehnt wird, ist um einen zentralen Tonhöhe, um die Intervalle gespiegelt werden gebaut. Was war attraktiv zu dieser Idee ist, dass die Seitenbänder durch FM-Synthese erzeugter sind gespiegelt Frequenzen um die Träger in der ersten Harmonie, und dieses ganze Struktur allmählich auf eine, die durch die Spiegelung von Abständen in der zweiten Harmonie. Es gibt ein paar andere interessante Klangfarben / Harmonien zu erwähnen. In der Nähe der Mitte der Arbeit sind glockenartige Klänge, die durch die Klavier und Cello Pizzicato-Noten. Diese Töne werden von Spektralanalysen von mehreren Glockenklangfarben einschließlich tibetische Gebetsglocken, Standuhr Glockenspiel, und sogar eine von Big Ben abgeleitet.

Die Instrumente des Ensembles (insbesondere die Bassklarinette) auch versorgte mich mit der spektralen DNA für mehrere Abschnitte – es gibt ein paar Stellen, wo die ungeraden Teiltöne, die dieses Instrument seine Farbe geben werden als orchestriert Harmonie durch die ganze Ensemble spielte vorgestellt. Ein Moment, besonders attraktiv für mein Ohr ist eine Klangfarbe mit einem Stapel von Viertelton beeinflussten Stellplätze, die aus dem Klang einer Edelstahl-Schüssel-Wieder synthetisiert. Diese Harmonie erscheint nahe dem Beginn der Arbeit und ist kurz, aber es ist in einer solchen Weise dargestellt, um deutlich von Bedeutung sein. Kurz vor dem Ende der Arbeit, erscheint der gleiche Akkord und ist von einem Klavierakkord Block abgeschnitten – und in diesem neuen Kontext ist es das Klavier, das “out of tune” klingt.

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“le parallèle est devenu oblique” (2008) für Altsaxophon, Klavier, und Max/MSP.

le parallèle est devenu oblique wurde im Frühsommer 2008 geschrieben. Der Kompositionsstil stellt eine Weiterentwicklung meiner persönlichen Sprache dar; mit nun stärker in Richtung klanglicher Überlegungen (über Spieltechniken und Signalverarbeitung) verschobenem Fokus und einem mehr die Makroebene betrachtenden Ansatz zur Handhabung von Geste und letztlich Form. Ich fand die Idee attraktiv, Saxophon und Klavier zusammen zu verwenden, um eine Reihe von sich entfaltenden Strukturen und Farben zu generieren und Timbre und Harmonie in einer spektralen Art und Weise zu nutzen, um jedem Abschnitt seine eigene Identität innerhalb des Stückes zu geben. Die Instrumente werden verstärkt, jedes Signal wird einer elektronischen Verarbeitung nach bestimmten Anweisungen in der Partitur unterzogen und auf vier Kanäle geroutet, die um das Publikum herum positioniert sind. Der Titel bezieht sich auf “parallele” Rhythmen die zu “schrägen” Rhythmen werden – das allgemeine Zeitraster der Arbeit ist eine Sekunde der absoluten Zeit (♩ = 60), über die das Klavier einen verzerrten Rhythmus (♩ = 45) überlagert. Die dadurch erzeugte rhythmische Dissonanz wird zu einem wichtigen Merkmal der Arbeit.

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Richard Schwartz (Saxophon) und Kenneth Boulton (Klavier)

“through autumn into winter” (2009). für Flöte, Klavier und Max/MSP.

… through Autumn into  Winter (für C-Flöte und Klavier, mit Elektronik). Dieses Werk hat in Bezug auf Technik viele Gemeinsamkeiten mit meinen anderen neueren Kompositionen, hat aber einen besonderen Charakter, der komponiert wurde, um an eine Reihe von Herbst- und Winterszenen zu erinnern. Im Norden der Vereinigten Staaten nehmen dunkle Winter einen erheblichen Zeitraum des Jahres ein. Diese Arbeit nimmt kleine Abschnitte der Zeit während der Abenddämmerung des vergehenden Jahres, und verwendet diese sich langsam verändernden Bilder als stilisierte musikalische Objekte: die kalte Stille der Luft, der gefrierende Regen, das Schneetreiben, die Leere der Nacht. Unwirkliches Purpur und sattes Grau bilden die Kulisse, vor der sich Regenschauer und hagelartige Noten sanft über die Klanglandschaft bewegen. Das Stück ist in Abschnitten aufgebaut und deutlich formuliert; Transformationsprozesse werden ausgelöst, angehalten und dann später in der Arbeit vage referenziert. Spektrale Streckung, häufig durch Kompression, erzeugt diese Verschiebungen, insbesondere am Ende der Arbeit. Der Einsatz und die Länge dieser Abschnitte variieren, da einige relativ ausgedehnt sind und als statischer Punkt dienen, während andere nur kurz zu hören sind, bevor eine Transformation beginnt. Elektronische Effekte erweitern und verräumlichen die Instrumente, unterstützen den fernen und “nicht gegenwärtigen” Charakter der Arbeit. Diese Effekte sind auch integraler Bestandteil der poetischen Darstellung von Regen und Schnee, da jede verarbeitete Note über Delay-Feedback in mehrere multipliziert wird. Die Textur, die Form der nostalgische Geste, ist das was hier wichtig ist.

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ensemble:hörsinn. (Pavel Tseliapniou & Deborah Rawlings):

“the farthest shore” (2010) für zwei Klaviere

Das licht glitzert auf dem ruhigen Meer… wirbelnde Fluten ziehen den Zuschauer in Bann, hinunter, unter die Oberfläche. Von Debussy’s La Mer und Ravel’s Jeux d’Eau bis hin zu Murail’s Le Lac und diesem Werk – der dynamische Charakter von Wasser war immer schon eine ergiebige Quelle für musikalische Ideen. Dieses Werk – theatralisch aufgebaut für zwei “nicht existente” Instrumente – schildert eine Reise über sich verändernde Gewässer.   Licht, Energie, Bewegung und Ungezähmtheit vermischen sich und tragen den Zuhörer.  Es ist die Reise die von Bedeutung ist, nicht jedoch die entfernte Küste…

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